Uranabbau

Vom Uran zum Atom – von Jannes Tilicke

Vor kurzem hat eine Studie die hohe Strahlenbelastung rund um Atommeiler belegt, doch gerne wird ausgeblendet, dass für den Atomstrom Uran benötig wird, dessen Erzabbau nachweislich dem Menschen und seiner Umwelt schwere Schäden zufügt. Im Zeichen der heutigen Mahnwache „Vom Uran zum Atom“ soll es um genau diesen ausbeuterischen Uranabbau gehen. Sie soll das Märchen der Atomlobby von der sauberen Energiequelle widerlegen.

Etwa 70% der heute bekannten Uranvorkommen sind laut einer schweizer Studie auf indigenen Gebiet: Große Teile davon in den USA, Australien, Russland und Afrika. Der ansässigen Bevölkerung wird durch Versprechen und Entschädigungszahlungen Land von einer Hand voll Bergbaukonzernen geklaut. Danach werden die Vertriebenen zu haarsträubenden Arbeitsbedingungen in den Mienen eingesetzt, um der Armutsfalle zu entgehen.

Niger. Der französische Großkonzern Avera betreibt hier eine Miene im afrikanischen Buschland. Sie wird seit 41 Jahren betrieben und gefährdet durch starke Strahlungen ein Gebiet auf dem 80.000 Menschen leben. Viele Arbeiter leiden an Krebs und Atemwegsproblemen und ihre Kinder körperlichen Fehlbildungen. Areva meint dazu, dass die Strahlenbelastung für die Arbeiter nicht höher wäre, als die einer Röntgenuntersuchung im Jahr.

Diese offensichtliche Lüge darf so nicht bestehen bleiben. Wir fordern endlich Aufklärung über die tatsächliche Strahlenbelastung in der Miene! Die Firma muss alles dafür tun, damit potenzielle Gefahren für Mensch und Natur ausgeschaltet werden! Aber natürlich wäre das zu teuer und machte den Atomstrom gegenüber erneuerbaren Energien unwirtschaftlich.

Tansania. Eines der wirtschaftlich schwächsten Länder der Erde nutzt den Bergbau als
Wirtschaftsmotor. Dabei besitzt das Land neben großer Goldvorkommen auch einen großen
Reichtum an Uranerz. Derzeit streiten sich eine Reihe von Unternehmen um die Schürfrechte in diesem Land, das durch die radikatiktive Kontaminierung der Böden und es Grundwassers bald mehr Schaden als wirtschaftlichen Nutzen aus dem Uranabbau ziehen dürfte. Die
Kontrollbedingungen des Uranabbaus sind in Tansania sehr schwach. Ein Gesetz, das die
Arbeitsbedingungen im Abbau verbessern soll, befindet sich „in Arbeit“ und der „Village-Land-Act“, ein Gesetz, welches die Zustimmung der Bevölkerung zu wirtschaftlichen Vorhaben vorsieht, wird ignoriert.

Die UNESCO wies die Regierung Tansanias darauf hin, dass die Uranmine eine unmittelbare
Bedrohung für das Selous Game Reserve darstellt und mit dem Weltnaturerbestatus nicht vereinbar ist. Sie appelliert an die Regierung und die beteiligten Unternehmen, das Selous Reservat als einmaliges Ökosystem und Weltnaturerbe zu respektieren und die geplanten Minenaktivitäten einzustellen. Wir unterstützen diese Forderung, denn die Natur darf dem Menschen nicht zum Opfer fallen!

Australien. Die „Ranger-Mine“ im Aboriginiesgebiet lässt ihre Abwässer direkt in den
angrenzenden Fluss ablaufen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass rund um die Mine die Ureinwohner rund doppelt so häufig an Krebs erkranken als andernorts in Australien. Doch der verantwortliche Konzern Energy Resorces of Australia winkt ab. Nicht die Mine, sondern der schlechte Lebensstil der Ureinwohner sei Schuld an der erhöhten Krebsrate. Doch

den gleichen ungesunden Lebensstil pflegen auch die Ureinwohner im restlichen Teil von Australien. Trotzdem ist dort kein erhöhtes Krebsaufkommen zu verzeichnen: Ein Zufall?
Australien ist nicht das einzige Land, dass den Zusammenhang zwischen Strahlung un Krebsrisiko belegt.
Der sogenannte „BEIR“-Report fasst die wichtigsten Ergebnisse im Zusammenhang
zwischen radioaktiver Strahlung und Uranabbau zusammen. Die Minenbetreiber bestreiten trotzdem gegen alle wissenschaftlichen Gutachten, dass ihr Abbau zu einem erhöhten Krebsrisiko führt.
Das ständige Ignorieren von Fakten muss ein Ende haben! Es ist ein Skandal wie leichtfertig mit demTod unzähliger Menschen umgegangen wird.

In Deutschland wird seit 1990 kein Uran mehr abgebaut: Zu gefählich für Mensch und Natur!
Trotzdem wird beides noch immer in zehn Ländern weltweit, Tag für Tag gefährdet. Wir fordern deshalb das Ende für den ausbeuterischen Uranbergbau. Das geht am Besten indem wir auf Uran verzichten, indem wir endlich unsere Atomkraftwerke abschalten.

Protestaktion Uranmine bedroht Weltnaturerbe: www.regenwald.org/mailalert/709/uranmine-bedr oht-weltnatu…


1 Antwort auf „Uranabbau“


  1. 1 Mel 10. Juni 2011 um 23:25 Uhr

    Eine gute Dokumentation zum Thema Uranabbau u.a. in Australien ist „Uranium – Is it a country?“, die man z.B. hier anschauen kann: http://documentaryheaven.com/uranium-is-it-a-country/ .

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