Archiv für November 2010

Presse: Advent, Advent, der Castor … kommt

Transport nach Lubmin im Dezember
Advent, Advent, der Castor … kommt

Neue Castortransporte dürften am 15. und 16. Dezember rollen. Ziele sind das Atommüllzwischenlager Nord bei Greifswald und die russische Aufbereitungsanlage Majak. VON ANDREAS WYPUTTA
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Nachrichten: Polizei fordert Stopp der Castor-Transporte

Polizei fordert Stopp der Castor-Transporte

Die Gewerkschaft der Polizei fordert auf ihrem heute beginnenden Bundeskongress, dass Castor-Transporte vorerst nicht mehr ins Atommüllager Gorleben gebracht werden. Gewerkschaftssprecher Freiberg sagte der „Rheinischen Post“, es sollten so wenig Castor-Transporte wie möglich stattfinden. Die Belastungen der Polizisten hätten durch die Transporte, die „Stuttgart 21″-Demonstrationen und die Terrorwarnungen unerträgliche Ausmaße angenommen. | 22.11.2010 11:35

Zwischenlager für atomare Abfälle in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern)

Schöne Bescherung

HRO/HGW 12.11.2010. Vom 21. bis 23. Dezember wird ein Transport mit hoch radioaktiven Castor-Behältern aus dem französischen Cadarache nach Lubmin rollen.

Ein breit angelegtes Bündnis aus verschiedenen Vereinen, Initiativen, Organisationen und Privatpersonen organisiert für diese Tage Aktionen in Lubmin, Greifswald und ganz Mecklenburg-Vorpommern, um gegen den Castor-Transport zu demonstrieren. Auftakt des Protests ist eine Großdemonstration am 18. Dezember um 13 Uhr in Greifswald. (Der genaue Ort wird noch bekannt gegeben.)

In den Folgetagen wird es kleinere Aktionen und Schienenblockaden geben. Ziel dieser Aktionen wird sein, den Transport zu verzögern und damit gegen die unverantwortliche Atompolitik der Bundesregierung und die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke zu demonstrieren.

Solidaritätserklärung

19.11.2010
Solidaritätserklärung
„Wir von X-tausendmal quer erklären uns solidarisch mit den Opfern von Polizeigewalt und unverhältnismäßiger Anwendung von „Zwangsmaßnahmen“ bei anderen Aktionen wie Castor Schottern und WiderSetzen.

Bei der Sitzblockade von X-tausendmal quer auf der Straße vor dem Zwischenlager ist in diesem Jahr mit Ausnahme einer später hinzugezogenen Einheit der Bundespolizei ungewöhnlich „sanft“ geräumt worden. Dies führen wir u. a. auf Gespräche mit der Polizei im Vorfeld, in denen wir wiederholt vehement die Wahrung der Verhältnismäßigkeit im Sinne eines Wegtragens ohne schmerzhafte Zwangsmaßnahmen eingefordert haben, und unsere Trainings in gewaltfreier Aktion zurück, vor allem aber auf die starke Medienpräsenz während der Räumung unserer Sitzblockade und den Imageverlust, den die Polizei im September in Stuttgart erfahren hat.

Wir nehmen mit Empörung wahr, dass an anderer Stelle von der Polizei mindestens so brutal wie in den Vorjahren auch von uns erlebt gegen gewaltfreie Aktivist_innen vorgegangen wurde.

So schreibt z. B. WiderSetzen auf seiner Homepage: „Wir haben die 7 stündige Räumung der Sitzblockade durch die Polizei von Beginn an bis zum Ende beobachtet. Nach nur 15 Metern Räumung drohten einige Polizeibeamte den Sitzenden körperliche Gewalt an und führten diese auch aus. Viele dieser Übergriffe sind auf Foto oder Video festgehalten worden. Wir überprüfen nun, wie wir mit dieser Situation umgehen werden.“

Bei „Castor schottern“ ist u. a. zu lesen: „Obwohl sie von verschiedensten Seiten mehrfach dazu aufgefordert wurde, die Verhältnismäßigkeit zu wahren, ist die Polizei in den vergangenen Stunden weiterhin brutal gegen Schotternde vorgegangen. Neben vielen Verletzten durch Pfefferspray und Tränengaseinsatz gibt es auch Verletzte durch Polizei-Schlagstöcke zu beklagen.“

Und der Ermittlungsausschuss (EA) Wendland schreibt in einer Stellungnahme: „In der Summe einer der brutalsten Polizeieinsätze anlässlich eines Castor-Transportes ins Wendland, auf jeden Fall das gewalttätigste Vorgehen der uniformierten Staatsmacht im Wendland in den letzten zehn Jahren”.

Wir sehen diese unverhältnismäßigen und brutalen Aktionen der Polizei als eine Schwäche des Staates, als ein weiteres Einknicken vor der Atomlobby. Wenn die Polizei personell nicht in der Lage ist, dem gewaltfreien Widerstand verhältnismäßig zu begegnen, muss sie dies der Politik deutlich signalisieren. Wenn sie, wie jetzt vielerorts geschehen, dem Castor-Transport gewalttätig den Weg bereitet, macht sie sich gleichermaßen wie die Politik schuldig. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit darf nicht dem Atomrecht geopfert werden!“


Hilfsaktion am 8.11. im Camp X-tausendmal quer

Infozelt X-tausendmal quer

Montag, 8. November – um 16.00 Uhr erreicht uns der Hilferuf aus Gorleben.
Es werden noch 500 Notfalldecken gebraucht, weil die Nacht kalt und lang wird.
Während ich eine Telefonaktion starte, im Internet recherchiere, um so viele Decken wie möglich sehr schnell zu bekommen, fahren Lothar und Irene in die Baumärkte von denen wir wissen, dass Decken vorrätig sind. Vergeblich waren meine Nachfragen beim THW und DRK.
Apotheken und Großhandel räumen ihre Lager und machen uns nach einigen Erklärungen und Verhandlungen sehr gute Preise. Während im Baumarkt eine Decke bis zu 2,98 € kostet, zahlen wir bei Gehe nur 0,92 Cent.
Um 17.00 Uhr haben wir 470 Notfalldecken gekauft. Zwischenzeitlich informiere ich noch die Presse und stimme die Organisation im Wendland ab, informiere mich über den Stand der Blockade und den Polizeieinsätzen. Ziel ist es, dass die Notfalldecken schnell am richtigen Ort bei den richtigen Personen – Verteiler – sind.
Alles klappt perfekt. In Lüchow werden wir bereits an der ersten Straßensperre erwartet. Ein Begleitfahrzeug bringt uns auf verschlungenen Wegen ohne eine Polizeikontrolle ins Camp Gedelitz. Dort ist die Freude riesengroß.
Radio ZuSa berichtet über unsere Hilfsaktion ebenso wie der Castor Ticker und Radio Westfalica.

Herzlichen Dank an Irene, die uns spontan unterstützt hat. Sie hat ihren Teil der Rettungsdecken gespendet.

Elisabeth

Mit drei Bussen zum Protest

Foto von Helmut Stange

Der Castor-Transport im November 2010 vom französischen Valognes zum Zwischenlager in Gorleben war der längste, aufsehenerregendste und teuerste. Er wird als herausragender Markstein in die Geschichte der Atompolitik eingehen.
Der eigenmächtigen Atompolitik der Bundesregierung wurde die rote Karte gezeigt.

Man muss als AktivistIn dabei gewesen sein, um zu wissen, was es heißt, von mittags bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages in Decken und Rettungsplanen gehüllt, auf mitgebrachten Strohsäcken und Isomatten sich zu Widersetzen, bei nächtlichem Frost auszuharren bis zur polizeilichen Räumung, nicht wissend, welche Gangart die Polizei wählen wird, um den Castortransport ans Ziel bringen zu können. Es war die größte Blockade, die das Wendland je gesehen hat.

Mit drei Bussen zum Protest
Anti-Atom-Bündnis beteiligt sich an Demonstration gegen Castor-Transport nach Gorleben

Minden/Dannenberg (mt/lkp). Zum Auftakt der Proteste gegen den Atommülltransport ins Wendland sind 149 Atomkraftgegner aus dem Mühlenkreis mit drei Bussen nach Dannenberg gefahren. Das Anti-Atom-Bündnis Minden hatte zur Fahrt nach Gorleben aufgerufen. Bündnis 90/Die Grünen schloss sich mit einem Bus an.

Unter dem Motto „Mit Gorleben kommen sie nicht durch – Rote Karte für Atomkraft!“ protestierten die Minden-Lübbecker gemeinsam mit rund 50 000 Menschen in der Nähe des Castor-Verladekrans bei Dannenberg friedlich, aber mit tiefem Ernst und Entschlossenheit gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Hoch motiviert und gut ausgestattet mit Transparenten, Pfeifen, Aufklebern, Schutzanzügen und Mundschutz, zeigten die Aktivisten aus dem Mühlenkreis Flagge.

„Ich bin dabei, um der Regierung eine klare Absage der weiteren Nutzung der Atomenergie und Gorleben als Endlager zu erteilen“, sagte Irmtraud Engelbrecht. „Meine Söhne sind in der Organisation im Wendland“, fuhr die 72- jährige aus Minden fort. Norbert Renger (62 Jahre) aus Espelkamp war mitgefahren: „Weil ich die ganze Atomgeschichte verbrecherisch finde, einschließlich des Transports.“

Der Widerstand gegen die Verlängerung der AKW-Laufzeiten kam aus allen Schichten der Gesellschaft. „Während unserer Aktionen in den letzten Wochen wurde mit viel Wut und Enttäuschung die Atompolitik von Schwarz-Gelb, der Deal mit den Energiekonzernen und der wachsende Atommüllberg beklagt“, so Lothar Schmelzer vom BUND. Begrüßt wurde ein Teil der Gruppe vom Bundesvorstand des BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland, deren Vorsitzender Dr. Hubert Weiger außer einer Einladung nach Berlin auch ein Besuch in Minden ankündigte.

Neben der Kundgebung gab es ein vielseitiges, fantasievolles Programm, Informationsstände und Einladungen von Einheimischen, zu übernachten. Auf der Rückfahrt informierte das Bürgerradio ZuSa über Aktuelles zum Castor Transport und Aktionen in und um Dannenberg.

Zwei Aktivisten blieben vor Ort im Camp der BUND-Jugend. Das Anti-Atom-Bündnis Minden kündigte einen Filmabend über die Fahrt nach Gorleben an.
http://mt-online.de/lokales/minden/3953230_Mit_drei_Bussen_zum_Protest.html

Mit Eon auf Augenhöhe

Mit Eon auf Augenhöhe
Atomausstieg selber machen
Protestaktion des Anti Atom Bündnis Minden mit historischem Hanomag auf dem Marktplatz

Minden (mt/krn). Anlässlich des Energiespartages fuhr am vergangenen Samstag der „Castor“, ein historischer Hanomag mit Atommüllbehälter (Castor) auf den Marktplatz und blieb bis 15 Uhr für alle Interessierten in der Innenstadt.

Mit dieser Protestaktion in Minden forderte das Anti Atom Bündnis Minden auf, kein Geld für gefährlichen subventionierten Atomstrom, Menschen unwürdigem Uranabbau und Jahrtausende strahlendem Atommüll auszugeben.

Große Resonanz erhielt das Bündnis, das unter dem Motto “ Atomausstieg selber machen“ Passanten in der Mindener Innenstadt informierte, dass es für alle Haushalte, Geschäfte und Betriebe, die einen eigenen Stromzähler haben, möglich sei dem Atom-Kartell zu kündigen und zu einem umweltfreundlichem, echten Ökostromanbieter zu wechseln.

„Mit dieser Aktion will das Anti Atom Bündnis Minden die Politik auffordern, die Weichen zu stellen, und kommunalen und mittelständischen Energieversorgern die Möglichkeit zu geben, massiv in erneuerbare Energien, intelligente Heizungen mit Stromgenerator und Energiespeicher, mittels intelligenter Energiesysteme via Clustertechnologie zu investieren. Die Systeme dazu sind entwickelt“, erklärte Lothar Schmelzer vom Anti Atom Bündnis.

Des Weiteren wurde über das geplante Atomkraftwerk in den Niederlanden informiert, das hauptsächlich für den Export gebaut werden soll und mittels neuer 380 000 Volt Leitung den Strom nach Deutschland und weiter transportieren will. „Das verstopft unsere Stromnetze für erneuerbare Stromversorger noch mehr“, kritisiert die Aktivistin Karin Schneider.

Auch deutsche Staatsangehörige haben ein Recht auf Einspruch gegen das neue Atomkraftwerk (AKW) Borssele 3 in den Niederlanden.

Es wurde gerade 2009 das Genehmigungsverfahren für Borssele 2 eingeleitet und jetzt soll noch ein weiterer Atom-meiler dazu kommen, obwohl in den Niederlanden der Stromverbrauch rückgängig ist.

Der BUND Minden-Lübbecke hatte mit dem Anti Atom Bündnis einen Sammeleinspruch erstellt, der von vielen Bürgern unterzeichnet wurde. „Der Einspruch kann auf der Homepage vom BUND herunter geladen werden“, ergänzt Schmelzer. Die Veranstalter vom Anti Atom Bündnis Minden waren sehr zufrieden über die breite Zustimmung und aktiven Unterstützung der Bürger. Energie sparen? Ja! Atomstrom? Nein!



Castor beim Energiespartag in Minden

Nachdem EON schon am Ratsgymnasium einsehen musste, dass ihre Werbung nicht so leicht geschluckt wird, verlief auch deren Auftritt auf dem Mindener Marktplatz weniger Erfolgreich. Ein historischer Hanomag, zum Castor umgebaut, fuhr auf den Marktplatz neben den EON-Truck. Während Aktivisten vom Anti-Atom-Bündnis Minden über den Lügen des Atomkonzerns aufklärten, interessierten sich die Passanten deutlich mehr für den Castor als für den EON-truck, der wiedereinmal versuchte das Image des Kohle- und Atomkonzerns aufzupolieren.
Hier der MT-Bericht zu der Aktion:

http://mt-online.de/lokales/minden/3931783_Atomausstieg_selber_machen.html